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Reisen

-Schwimmhäute und Wüstenromantik

 

13. Februar 2025

Neue Etappe:

Wir verlassen Djerba auf der C117 und folgen anschliessend der C118 bis nach Medenine. Dort orientieren wir uns an den Schildern Richtung Matmata und fahren bis nach Metameur, wo wir die Nacht im Hof eines Ksars verbringen werden. Die Übernachtung kostet 30 TD.

Koordinaten Ksar bei Metameur:

33.3688, 10.4368

Heute verlassen wir die schöne Insel Djerba und fahren erneut über den Römerdamm aufs Festland. Zwar besteht die Möglichkeit, mit der Fähre ab Ajim überzusetzen, doch andere Camper warnen, dass Fahrzeuge mit grossem Überhang, wie es bei uns der Fall ist, beim Befahren der Fähre aufsetzen könnten. Dieses Risiko wollen wir nicht eingehen.

Am Ksar in Metameur angekommen, werden wir von einer älteren Dame empfangen, die uns einen Stellplatz im Hof zuweist. Als wir die Formalitäten erledigen möchten, bittet sie uns zunächst, im Schatten Platz zu nehmen und serviert uns einen frischgebrühten Minztee sowie ein noch warmes Fladenbrot. Sie ist ausgesprochen freundlich, aber auch geschäftstüchtig, denn im Anschluss führt sie uns in eines der Gebäude des Ksars, wo sie einen Laden mit handgefertigten Produkten betreibt.

Da der Stellplatz mit 30 TD recht teuer ist und wir nichts finden, das wir wirklich gebrauchen könnten, fühlen wir uns nicht verpflichtet, etwas zu kaufen. Der Stellplatz selbst begeistert uns jedoch sehr! In einer Kulisse wie dieser haben wir wahrhaftig noch nie gestanden! Wenn der Muezzin zum Gebet aufruft, schrecken wir zwar jedes Mal zusammen – so laut und unerwartet kommt der Ruf!

Etwas später laufen wir los und entdecken weitere Ksars. Leider gibt es im Internet nicht viele Informationen darüber, doch die Berberarchitektur lässt erahnen, wie das Leben der Menschen damals war.

Etwas ausserhalb des Dorfes, während wir gerade durch Felder spazieren, stossen wir auf ein etwa 10 cm langes, grünes, heuschreckenähnliches Insekt. Eine Gottesanbeterin ist es wohl nicht. Zu gerne würde ich wissen, um welches Insekt es sich handelt, doch trotz intensiver Recherche bleibt das Rätsel ungelöst.

14. Februar 2025

Neue Etappe:

Bei Metameur folgen wir der C104 für 60 km bis nach Matmata, wo wir beim Camping Matmatat-Al-Qadimal einchecken.

Koordinaten Camping Matmatat-Al-Qadimal:

33.5451, 9.9675

Heute geht es ab in die Berge! Unser Ziel ist Matmata, das zwar nur rund 600 m über dem Meeresspiegel liegt, doch der Weg dorthin führt über zahlreiche Serpentinen durch eine karge, aber faszinierende Landschaft.

Die Einfahrt zum Camping gestaltet sich etwas kniffelig- Jörg befürchtet, dass unser Wohnmobil am Boden aufsetzen könnte. Doch nichts in dieser Art passiert, auch wenn wirklich nicht viel gefehlt hat.

Nach dem Einchecken laufen wir los, denn hier soll es Höhlenwohnungen geben, die wir uns unbedingt ansehen möchten.

Und tatsächlich! Die Landschaft erinnert uns an einen Emmentaler-Käse! Überall, wo man hinschaut, gibt es Löcher im Boden! Diese Höhlenwohnungen boten den Menschen einst Schutz vor Kälte und Hitze.

Star Wars – Fans werden von diesem Ort begeistert sein, denn er diente als Filmkulisse. Im Hotel Sidi Idriss befinden sich sogar jene Höhlen, in denen Luke Skywalker im Film übernachtete. Ehrlich gesagt, finde ich die verlassenen Höhlenwohnungen spannender- mit diesem Star Wars- Kult kann ich nicht viel anfangen

Hotel Sidi Idris

15. Februar 2025

Ein Friseurbesuch steht für mich wieder an und nach nur einer Viertelstunde auf dem Frisierstuhl hat mir der ortsansässige Friseur einen neuen Haarschnitt verpasst und zusätzlich meine Augenbrauen mit einer speziellen Fadenzupftechnik in die richtige Form gebracht! Was das gekostet hat? Inklusive Trinkgeld umgerechnet gerade mal SFr. 6.-!

16. Februar 2025

Neue Etappe:

Bei Matmata folgen wir für 30 km der C104. Bei einer Kreuzung wechseln wir auf die C211 Richtung Ksar Ghilane, wo wir auf dem Camping Ghilane einchecken.

Koordinaten Camping Ghilane:

32.9892, 9.6390

Nach nur 10 km Fahrt halten wir bereits wieder, weil das Berberdorf Tamezret so einladend auf uns wirkt und wir es uns ansehen möchten. Ob wir hier auch übernachten werden, lassen wir noch offen. Oben angekommen, setzen wir uns in einem Berber-Café an einen sonnigen Platz und geniessen einen Minzen-Tee mit Mandeln.

Von hier oben hat man eine wunderbare Aussicht und wir erkennen in der Ferne bereits die ersten Sanddünen. Plötzlich wird unsere Sehnsucht nach Sand und Weite so gross, dass wir kurzerhand beschliessen, noch heute nach Ksar Ghilane aufzubrechen. So machen wir uns nach diesem kurzen Spaziergang direkt wieder auf den Weg.

Die Landschaft auf dem Weg dorthin ist einfach phänomenal! Jörg und ich haben uns schon oft darüber unterhalten, ob uns Marokko oder Tunesien besser gefällt. Und obwohl wir uns in Tunesien sicher und wohl fühlen, kamen wir immer zu dem Schluss, dass Marokko für uns einen Tick vorne liegt und das vor allem wegen der imposanten Landschaft. Aber seit etwa drei Tagen sind wir wieder im absoluten Ooooohhh und Aaaaahhh-Modus. Genau genommen gefällt es uns jetzt so unglaublich gut, so dass wir gar nicht mehr sicher sind, welches Land wirklich unser Favorit ist!

Auf der Fahrt nach Ksar Ghilane erspähen wir sogar einen Wüstenfuchs mit seinen charakteristischen langen Ohren. Doch diese Begegnung ist von kurzer Dauer, und vor lauter Erstaunen und Freude vergessen wir glatt, diese Begegnung mit der Kamera festzuhalten, was ja nicht weiter schlimm ist, denn dieses Bild wird sich sowieso in unseren Köpfen einprägen.

Plötzlich sehen wir eine schwarze Rauchsäule am Horizont. Als wir näherkommen, erkennen wir, dass es sich um Gasfackeln handelt. Hier in der tunesischen Wüste gibt es ja mehrere Erdöl- und Erdgasförderanlagen.

Unterdessen sind wir beim anvisierten Camping in Ksar Ghilane angekommen und nach dem Eincheckprozedere erkunden wir die Gegend. Neben Sanddünen, soweit das Auge reicht, gibt es unmittelbar beim Camping natürliche, heisse Quellen! Man stelle sich das einmal vor: Heisse Quellen mitten in der Wüste! Dank diesen Quellen gelang es hier auch, eine Oase zu erschaffen. Jörg und ich werden bestimmt auch noch ein Bad nehmen! Kann sein, dass wir danach ein wenig nach faulen Eiern riechen wegen des Schwefels, doch das ist uns egal! Jedenfalls bietet sich ein Bad nach einem Spaziergang zu den Dünen an, um den Sand auf der Haut und in den Haaren wieder loszukriegen.

18. Februar 2025

Wir befinden uns noch immer in Ksar Ghilane, geniessen Bäder in der heissen Quelle bis wir beinahe Schwimmhäute bekommen, unternehmen Spaziergänge über die Sanddünen und abends lassen wir uns im Restaurant kulinarisch verwöhnen- ein Leben wie im Schlaraffenland!

 

 

 

2 Antworten auf „-Schwimmhäute und Wüstenromantik“

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