19. Februar 2025
Neue Etappe:
Von Ksar Ghilane fahren wir die C211 für etwa 70 km zurück bis zur Kreuzung mit der C104, welcher wir folgen bis nach Douz. Beim Camping Club Desert checken wir ein.
Koordinaten Camping Club Desert:
33.4531, 9.0255
Nach paradiesischen Tagen in Ksar Ghilane setzen wir unsere Reise heute fort. Doch in Douz spielt uns das Navi einen Streich und lotst uns mitten durch einen Markt. Umkehren geht natürlich nicht, zu chaotisch geht es hier zu und her! Der Durchgang ist zudem sehr eng. Ach was, das ist untertrieben- links und rechts müssen die Händler gar die Marktgestänge näher zu sich ziehen, damit wir überhaupt durchpassen! Wir sind wohl nervöser als die Marktstandbetreiber- die nehmen das Ganze sehr gelassen! Offenbar passiert es nicht zum erste Mal, dass ein Wohnmobilist die falsche Strasse erwischt! Doch irgendwie manövrieren wir uns aus dem Gewirr heraus und erreichen schliesslich unseren nächsten Campingplatz.
Er macht einen guten Eindruck! Fürs erste erkunden wir die Oase und wir staunen, wie grün es hier mitten in der Wüste ist!
20. Februar 2025
Der Campinginhaber informierte uns gestern Abend darüber, dass heute ein Viehmarkt stattfindet. Diesen wollen wir uns nicht entgehen lassen, auch wenn die Eindrücke vom Kamelmarkt in Guelmim, Marokko, noch immer eher negativ nachwirken. Doch hier in Douz zeigt sich uns ein anderes Bild. Zwar herrscht auch hier ein geschäftiges Treiben. Die Stimmen der Händler hallen laut über den Platz und die Tiere stehen im Gehege zum Teil dicht gedrängt. Doch zumindest sind ihre Beine nicht von zu enganliegenden Stricken wundgescheuert. Hier könntest du Schafe, Ziegen, Hasen, Hühner und Tauben kaufen. Wir beobachten, wie ein Junge strahlend neben seinem Vater herläuft, eine Taube vorsichtig im Arm haltend. Die Freude über seinen neuen Besitz sieht man ihm an!
Besonders ins Auge fällt uns eine Ziegenart, die wir noch nie zuvor gesehen haben: ihre Ohren sind ungewöhnlich lang, fast so lange wie die eines Feldhasen. Das verleiht ihr ein kurioses Aussehen, so dass wir sie etwas scherzhaft «Osterhasenziege» nennen.
Nach dem Viehmarkt schlendern wir noch durch den Waren- und Gemüsemarkt, jenen Markt, durch den wir gestern versehentlich mit dem Wohnmobil gefahren sind. Ob mit vier Rädern oder zu Fuss- hier gilt es, aufzupassen: Mofafahrer tauchen wie aus dem Nichts auf und kommen aus allen Richtungen angefahren. Dazu herrscht ein lautes, chaotisches Treiben. Wüstensand liegt zudem in der Luft, so dass wir uns blinzelnd durch die Strassen kämpfen müssen.
Mit einer leichten «Reizüberflutung» und dem Wunsch nach etwas Ruhe, treten wir schliesslich den Heimweg an.
21. Februar 2025
Heute steht wieder etwas Haushaltarbeit an, nämlich Wäsche waschen und unsere gute Stube auf Vordermann bringen.
Danach laufen wir erneut durch die Oase, denn wir möchten uns das «Tor zur Sahara» anschauen. Dieses gehört zum Gelände, auf dem jedes Jahr das «Saharafestival» stattfindet.
Doch je näher wir dem Tor kommen, desto schlechter wird das Wetter, sodass wir uns dort nur kurz aufhalten, obwohl wir eigentlich gerne noch über die Dünen gelaufen wären. Also geht es schnurstracks «nach Hause» und genauso schnell, wie das Wetter zuvor schlechter wurde, wechselt es wieder zu Sonnenschein und blauem Himmel, sodass wir beim Camping angekommen unsere Wäsche trocken von der Leine pflücken können.
22. Februar 202
Das Sahara Museum steht heute auf dem Programm. Laut Rezensionen soll es interessante Einblicke in das Leben in dieser oft unwirtlichen Region bieten. Wir sind auf jeden Fall sehr gespannt! Der Eintritt kostet auch nicht die Welt, nämlich bloss 5 TD, also knapp SFr. 1.50.-.
In etwa 30 Minuten hat man alles gesehen, doch das Museum vermittelt wunderbar die Traditionen und das Brauchtum dieser Wüstenstadt im Laufe der Zeit.
Wir erfahren, welche Pflanzenarten in dieser kargen Landschaft gedeihen und lernen mehr über die Bedeutung der Dromedare für das Leben der Nomaden. Besonders faszinierend ist der Einblick in eine traditionelle Hochzeitszeremonie. Beim Übertritt in den neuen Lebensabschnitt spielt nämlich die Kleidung eine zentrale Rolle, ebenso die Farbgebung einzelner Kleidungsstücke.
Nach dem Besuch im Museum machen wir uns erneut auf den Weg zum Tor der Sahara, denn heute windet es kaum. Dort angekommen, laufen wir über die Dünen, beobachten Wüstenkäfer, Ameisen und Eidechsen und sind erstaunt, noch nie einem Skorpion begegnet zu sein. Aber vielleicht ist es besser so!
Auch stellen wir fest, dass die Farbe des Sandes hier eine ganz andere ist als in Ksar Ghilane, wo er beinahe orange schimmerte. Doch hier in Douz ist er hellbraun, ja beinahe weiss und wir vermuten, dass dieser Farbwechsel mit dem Eisengehalt des Sandes zusammenhängt.
24. Februar 20
Neue Etappe:
Bei Douz wechseln wir vom Camping Club Desert zum Camping Cinderella, welcher etwas näher bei den Dünen liegt.
Koordinaten Camping Cinderella, Douz:
33.4045, 9.0087
Wir wechseln den Campingplatz, bleiben aber weiterhin in Douz. Nicht, dass es uns dort nicht gefallen hätte, doch der neue Campingplatz hat halt den Vorteil, dass er direkt bei den Dünen liegt, und als echte Wüstenfüchse fühlen wir uns da natürlich pudelwohl! Seit ich gelesen habe, dass man auch als Laie relativ leicht Sandrosen in der Wüste finden kann, bin ich eh nicht mehr zu bremsen! Diese rosettenförmigen Steingebilde haben mich schon als Kind fasziniert, nicht zuletzt, weil mein Vater einst genau solch einen Klumpen von einer seiner Nordafrika-Reisen mitbrachte. Jahrelang stand dieser geheimnisvolle Stein bei uns zu Hause in einem Regal und übte auf mich eine unglaubliche Faszination aus.
Gleich nachdem wir die Eincheck-Formalitäten erledigt haben – der Campingplatz wird übrigens von einer Schweizerin geführt – laufen wir los und natürlich suche ich, sobald wir die Dünen erreicht haben, sofort nach den steinernen Wüstenrosen. Mir ist zwar bewusst, dass die Wahrscheinlichkeit, welche zu finden, in den nächsten Tagen erheblich steigt, nämlich dann, wenn wir beim Chott el Djerid, dem Salzsee eintreffen. Dort werden die Bedingungen dank des Salzgehaltes im Sand besser sein.
Also werde ich noch nicht wie eine Besessene suchen, aber vielleicht ist mir ja das Glück heute trotzdem schon hold! Klar, ich könnte mir eine Sandrose kaufen. Es gibt sie ja überall auf den Märkten hier, aber das wäre einfach nicht dasselbe! Also drückt mir die Daumen, dass ich eine finde. Oder besser noch gleich mehrere, damit ich meine Lieben zu Hause damit beschenken kann!
Heute habe ich noch keine entdeckt. Macht nichts! Es ist noch nicht aller Tage Ende! Aber es ist trotzdem wieder wunderschön, so durch die Dünen zu streifen! Danach gehts noch durch die Oase. Auch hier gefällt es uns, obwohl es ziemlich viele Mücken gibt, und für die scheinen wir das gefundene Fressen zu sein!
25. Februar 2025
Wir verbringen einen weiteren Tag auf dem Camping Cinderella, mit Haareschneiden, Spaziergängen und Lesen auf dem Liegestuhl.
26. Februar 2025
Neue Etappe:
In Douz nehmen wir die C206 bis Kebili. Dort wechseln wir auf die P16 und folgen dieser bis nach Zaouia, wo wir auf dem Parkplatz einer Heisswasserquelle parken.
Koordinaten Parkplatz bei Heisswasserquelle, Zaouia:
33.7921, 8.7897
Obwohl der Camping Cinderella schön ist, geniesse ich es, wieder einmal frei stehen zu können, auch wenn der neue Platz nicht wirklich einladend wirkt. Ich brauche das einfach. Es gibt mir das Gefühl, von vier Wänden umgeben zu sein und mich zurückziehen zu können. Ich mag diese Anonymität. Auf einem Camping fühle ich mich oft irgendwie «ausgestellt».
Da wo wir unsere Kutsche jetzt hingestellt haben, gibt es eine Heisswasserquelle- ein eher unansehnliches Ding! Die Einheimischen kommen jedoch gerne hierher zum Baden.
Gerade windet es enorm und dementsprechend viel Sand liegt in der Luft. Sobald sich das Wetter etwas beruhigt hat, möchten wir die Quelle und die Gegend etwas genauer erkunden.
27. Februar 2025
Unglaublich, wie viele Tunesier extra wegen der heissen Quelle hierherkommen, um zu baden, sich die Haare zu waschen oder sich zu rasieren. Frauen baden hier anscheinend nicht, doch ich lasse es mir nicht nehmen, wenigstens die Füsse in dem wohltuend warmen Wasser zu baden. Ich steige in die unterste Rinne und arbeite mich langsam nach oben. Und ja, das Wasser ist tatsächlich erstaunlich warm! Sehr sogar! Es fühlt sich richtig gut an! Doch je weiter ich nach oben gehe, desto heisser wird es! Ich schaffe es nur ein paar Rinnen hoch.
Diese Warmwasserquelle bringt aus rund 100 m Tiefe etwa 95 Grad C heisses Wasser an die Oberfläche, das zur landwirtschaftlichen Bewässerung genutzt wird. Vor der Verwendung muss es jedoch abkühlen. Dazu wird es auf das Dach der Anlage gepumpt und fliesst über mehrere Stufen nach unten. Dabei entzieht die Luft dem Wasser Wärme. Nach dem Abkühlen wird es in Becken geleitet und anschliessend in die Bewässerungskanäle weitergeführt.
Da das Wasser an einigen Stellen richtig heiss ist, haben wir die Idee, hier Eier zu kochen. Gesagt, getan! Oder eben doch nicht! Nach 20 Minuten sehen die Eier innen noch genau so aus, wie eben das Eiweiss bei rohen Eier aussieht! Klar und durchsichtig! Na ja, ein Versuch wars wert! Eine Recherche zeigt, dass Eier bei einer Wassertemperatur von vielleicht 70 Grad rund eine Stunde benötigen, um fest zu kochen. Aber so lange wollen wir nicht warten, also gehts zurück ins Wohnmobil, wo ich uns einen «Strammen Max» – Spiegeleier auf Brot – koche.
28. Februar 2025
Neue Etappe:
Von Zaouia fahren wir auf der P16 zurück nach Kebili, wo wir auf dem Les Amis du Camping einchecken.
Koordinaten Les Amis du Camping:
33.6952, 8.9626
Und heute darf es wieder ein Camping sein, denn wir möchten unsere Bettwäsche waschen – nach all den Tagen in der Wüste fühlt sie sich doch ziemlich sandig an. Daher geht es zurück nach Kebili zu einem Campingplatz. Und das Beste ist: Wir müssen uns nicht selbst um die Wäsche kümmern. Wir geben sie einfach in Säcken, mit Namen und Wasch-Temperatur versehen, an der Reception ab und können uns in der Zwischenzeit in Ruhe die Oase anschauen.