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Reisen

-Über den Chott el Djerid in die Bergoasen

 

 

02. März 2025

Neue Etappe:

Von Kebili fahren wir auf der P16 über den Chott el Djerid nach Tozeur, wo wir auf dem Camping Niffer einchecken.

Koordinaten Camping Niffer:

33.9175, 8.1419

Heute steht ein Highlight unserer Tunesienreise auf dem Programm: die Überquerung des Chott el Djerid, des grössten Salzsees der Sahara! Ich hoffe sehr, dass wir beim Damm irgendwo halten können, damit ich nach Sandrosen Ausschau halten kann.

Schon fahren wir über die Dammstrasse und die Landschaft sieht einfach fantastisch aus! Diese Weite! Kein Strauch, kein Halm einfach nur Sand und Wasser! Und fast vergessen: Salz! Schliesslich ist der Chott el Djerid ein Salzsee! Hier möchte ich unbedingt welches kaufen, also halten wir bei einem Stand, an dem Salz und Mineralien verkauft werden.

Der Verkäufer ist sehr nett, zeigt uns sein gesamtes Sortiment und zu jeder Gesteinsart weiss er etwas zu erzählen. Doch ich will nur Salz kaufen, weiss ich doch, dass Jörg nicht sonderlich darüber erfreut wäre, wenn ich auch noch schöne Steine kaufen würde. Ich verstehe ihn ja – das liebe Gewicht! Es rollen ja schon genügend Steine auf den Regalen hin und her bei den vielen engen Kurven! Und es ist noch nicht lange her, dass ich vom La Rose Restaurantbesitzer auf Djerba mit wunderschönen Steinen beschenkt wurde. Ja, meine «Geröllhalde», wie Jörg meine Steinsammlung nennt, wächst hier in Tunesien munter weiter!

Doch das Beste kommt noch: Kaum haben wir unser Salz gekauft und sind zurück beim Wohnmobil, taucht der Verkäufer plötzlich wieder auf – direkt vor unserer Tür. Freudestrahlend drückt er mir zwei wunderschöne Sandrosen, einen Achat und einen mysteriösen «Frauenstein» in die Hand. Einfach so, als Geschenk! Ich freue mich riesig darüber! Manchmal habe ich das Gefühl, ich trage ein Schild auf der Stirn auf dem steht: «Schenkt dieser Frau Steine!» Ich weiss gar nicht, wie oft ich schon unverhofft mit besonderen Steinen beschenkt wurde! Und irgendwie glaube ich jedes Mal, dass sie mir Glück bringen, was gar nicht so abwegig ist, wenn ich darüber nachdenke, wie viel Glück ich im Leben habe.

Wir setzen unsere Fahrt fort, doch schon bald halten wir erneut an. Ich bin mir sicher, eine Fata Morgana gesehen zu haben! Hier beim Chott el Djerid ist das nämlich gar keine Seltenheit, wie ich gelesen habe! Bei hochstehender Sonne und grosser Hitze wird einem vorgegaukelt, dass etwas in der Luft schwebt und genau so sieht das jetzt aus, was ich in der Ferne erblicke!

Was ich vor unserer Tunesienreise noch nicht wusste: Eine Fata Morgana lässt sich sogar fotografieren! Und ein solches Foto will ich im Kasten haben! Also nichts wie los! Und tatsächlich! Ich habe nun mein eigenes Fata Morgana Foto! Es mag vielleicht nicht besonders schön sein, doch mir bedeutet es viel!

Und dann ist auch der Moment gekommen, wo ich endlich selbst nach Sandrosen suchen will. Man soll sie ja nach Regen oder nach kräftigen Windstössen besonders gut finden können. Gewindet hat es ja, also könnte es klappen. So lasse ich meinen Blick über den sandigen Boden gleiten, suche hier und suche da, und weil ich kein einziges Stück finde, hole ich schliesslich im Wohnmobil die Kehrschaufel, um in tieferen Schichten nachzusehen – doch auch das bringt nichts! Schade! Aber immerhin hat mich ja der Verkäufer mit welchen beschenkt! Diese bedeuten mir nun um so mehr.

So breche ich etwas enttäuscht die Suche ab, und wir fahren weiter bis nach Tozeur, wo wir auf einem wunderschönen Camping einchecken. Nach einem Spaziergang durch die Oase kehren wir zum Wohnmobil zurück und haben dort das Glück, einen Wiedehopf aus nächster Nähe beobachten zu können!

03. März 2025

Seit dem gestrigen Besuch des Wiedehopfs halten wir ständig Ausschau nach ihm. Zu gerne würden wir ihn auch heute wieder begrüssen. Doch diesmal hat er wohl Besseres vor als vor unserem Wohnmobil entlangzustolzieren. Also lassen wir den Wiedehopf Wiedehopf sein und brechen auf in Richtung Medina.

Wir sind sehr gespannt, ob sie uns gefallen wird, schliesslich soll die Architektur in dieser Gegend aussergewöhnlich sein. Die Häuser hier wurden nämlich aus Ziegelsteinen gebaut, die mal mehr oder weniger aus der Mauer hervorragen und dadurch geometrische Muster bilden.

Wir finden diese Bauweise wirklich beeindruckend! Die Häuser sind zudem sehr gut erhalten – ganz anders als in vielen anderen Städten. Laut ist es hier zwar auch, aber das stört uns nicht mehr gross.

Nach diesem kleinen Stadtrundgang geht es zurück in die Oase, denn dort wartet noch ein Palmmuseum auf uns, das wir gerne besichtigen möchten. Der Eintritt beträgt 6 TD pro Person und beinhaltet eine Führung sowie zum Abschluss eine kleine Degustation mit verschiedenen Dattelprodukten.

Unser Fazit: kann man machen, muss man aber nicht. Die Dattelprodukte schmeckten uns jedoch hervorragend!

Und dann, fast zur gleichen Zeit wie gestern am selben Ort: Der Wiedehopf ist wieder da – diesmal sogar in Begleitung mit seiner hübschen Wiedehopffrau! Nur scheint Frau Wiedehopf etwas scheu zu sein, denn kaum spähen wir aus dem Wohnmobil und ich hebe nur kurz meine Kamera, fliegt sie auch schon davon – gefolgt von ihrem Mann. Ich ziehe meine Lehre daraus: Es muss nicht immer alles gefilmt werden, ich hätte viel mehr davon gehabt, einfach still dazusitzen und die Beiden in Ruhe zu beobachten.

04. März 2025

Neue Etappe:

Wir verlassen Tozeur und fahren auf der P3 bis El Hamma al Djerid. Dort wechseln wir auf die P16, welcher wir folgen bis Chebika, wo wir beim Parkplatz beim Wasserturm parken.

Koordinaten Parkplatz beim Wasserturm, Chebika:

34.3210, 7.9386

Der Weg, der zunächst durch eine Oase führt, ist eher ein landwirtschaftlicher Pfad als eine Strasse – dementsprechend holprig verläuft die Fahrt! Danach ist der Belag zwar asphaltiert, aber wirklich besser wird es nicht: Zahlreiche Schlaglöcher erfordern unsere gesamte Aufmerksamkeit. Erst nach einigen Kilometern kann sich Jörg endlich zurücklehnen und die Fahrt geniessen.

Wir passieren bestimmt hundert Dromedare, bevor uns der Weg auch heute wieder über einen Salzsee führt – den Chott el Gharsa. In der Ferne erkennen wir bereits eine Bergkette in Orange- und Auberginetönen. Es sind die Ausläufer des Atlasgebirges. Genau dorthin führt uns unsere heutige Etappe, genauer gesagt zu der Bergoase Chebika, von der es heisst, sie sei die schönste Oase Tunesiens.

Und schon erblicken wir diesen dunkelgrünen Gürtel – die Oase Chebika, die uns für etwa zwei Tage beherbergen wird. Je näher wir ihr kommen, desto faszinierter sind wir! Wir parken bei einem Wasserturm, essen eine Kleinigkeit und laufen dann gleich los, denn ganz in der Nähe soll es einen Wasserfall geben, den man einfach gesehen haben muss – zumindest laut Internetrecherche.

Zugegeben: Wanderschuhe wären hier durchaus angebracht gewesen! Aber wir dachten, wenn hier Reisebusse halten und Touristen aussteigen, die nur kurz den Wasserfall fotografieren wollen, kann es nicht allzu anspruchsvoll sein. Der Rundweg beträgt zwar nur knapp 2 Km und ist schön angelegt, doch einige Passagen sind trotzdem etwas rutschig und eng. Unser Tipp also: zieht lieber Wanderschuhe an!

Auf unserem Weg hören wir plötzlich seltsame Laute und als wir uns einem Teich nähern, stellen wir fest, dass viele Frösche im Wasser sitzen und ihre Lieder zum Besten geben. Frösche hätten wir hier irgendwie nicht erwartet!

Immer wieder kommen wir an Ständen vorbei, wo Schmuck, Mineralien und andere Souvenirs angeboten werden. Eigentlich wollen wir nichts kaufen, doch ein Verkäufer spricht Jörg an und bittet ihn, ihm etwas abzukaufen, da sein Geschäft momentan schlecht läuft und er dringend Geld braucht. Also kauft er ihm etwas ab, während ich in ein Gespräch mit einem anderen, ganz jungen Verkäufer verwickelt werde. Irgendwie tut er mir leid: Sein Stand liegt etwas abseits und ich kann mir vorstellen, dass er deswegen viel weniger verkauft. Also kaufe ich ihm Ohrringe ab. Und eine Armkette. Und noch einmal Ohrringe.

Zurück am Ausgangspunkt gönnen wir uns einen frischgepressten Orangensaft, den wir auf einer Bank in der Sonne geniessen.

05. März 2025

Schade, dass es heute stürmt und regnet! So verbringen wir den Grossteil des Tages im Wohnmobil und wagen erst am späten Nachmittag noch einmal einen Spaziergang zum Wasserfall. Eine gute Entscheidung, denn wir sind die einzigen Touristen weit und breit, und auch die Verkäufer sehen wohl keinen Sinn darin, an ihren Verkaufsständen auszuharren. So haben wir dieses kleine Paradies für uns ganz allein. Zum Schluss müssen wir uns dann doch noch etwas sputen, denn am Himmel braut sich schon wieder was zusammen.

06. Mär. 2025

Neue Etappe:

Von Chebika folgen wir der P16 bis Tamerza, wo wir auf einem Parkplatz mit Blick über den Palmenhain parken.

Koordinaten Parkplatz Tamerza:

34.3835, 7.9326

Auch heute weht wieder ein kräftiger Wind und entsprechend viel Sand liegt in der Luft, doch immerhin zeigt sich die Sonne!

Für unsere Verhältnisse sind wir früh startklar und machen uns auf den Weg. Über Serpentinen geht es zur nächsten Bergoase, diesmal nach Tamerza, wo wir uns auf einem Parkplatz hinstellen.

Wir machen uns direkt auf den Weg zu einem kleinen Wasserfall und erkunden anschliessend die Schlucht. Zwischen steilen Felswänden schlängeln wir uns hindurch und halten immer wieder inne, um staunend die imposante Felslandschaft auf uns wirken zu lassen. Wir finden auch versteinerte Muscheln, lassen sie aber an Ort und Stelle liegen.

Ja – da haben wir wieder einen wunderschönen Flecken Erde entdeckt!

07. März 2024

Auch das alte Tamerza wollen wir uns ansehen. Es wurde 1969 durch starke Regenfälle schwer beschädigt – genau wie die umliegenden Dörfer. Die Bewohner siedelten sich daraufhin etwas weiter vom ehemaligen Dorf entfernt an.

Dieser alte Teil ist grösser, als wir erwartet haben und wie wir sehen, gibt es sogar jemanden, der den Weg zurück ins alte Dorf gefunden hat und sich hier wieder eingerichtet hat, doch das ist die Ausnahme. Wir laufen durch die ehemaligen Gassen und wir können uns gut vorstellen, wie hier einst gelebt wurde.

08. März 2025

Neue Etappe:

Bei Tamerza fahren wir noch ein kurzes Stück auf der P16, biegen dann links ab auf die R201 und fahren bis Mides, wo wir auf dem Parkplatz Family Resto parken.

Koordinaten Parkplatz Family Resto:

34.4104, 7.9226

Bevor es weiter geht, kaufen wir noch das Nötigste ein. Danach setzen wir unsere Reise fort, doch schon bald legen wir erneut einen Stopp ein, weil wir einen modernen Bankomaten gesichtet haben. Unser tunesisches Geld wird nämlich so langsam alle – obwohl wir sagen müssen: wir leben hier äusserst günstig, so dass unser Geld stets lange reicht. Dennoch heben wir vorsorglich etwas ab, wenn auch nur eine kleine Summe, denn unsere Tage in Tunesien sind langsam gezählt.

Die Fahrt zur nächsten Bergoase ist ein wahrer Traum! Die wenigen Regentropfen, die gestern vom Himmel fielen, haben gereicht, um der sonst so kargen Landschaft ein hellgelbes Blütenkleid zu verleihen. Unglaublich, wie wenig Wasser es dafür braucht! Und wo es grünt und blüht, flattern dementsprechend viele Schmetterlinge durch die Luft! Ein wunderschönes Bild!

Wir parken bei einem Restaurant und bald laufen wir los. Der Weg führt uns in die schattige Schlucht, wo uns ein regelrechtes Froschkonzert erwartet – sie quaken, als gäbe es kein Morgen mehr! Schon imposant – und man kann sie hier so wunderbar beobachten!

Dann folgt ein Abschnitt mit viel Wasser und da wir keine Lust haben, unsere Wanderschuhe auszuziehen, geht es bald wieder aufwärts. Wir laufen oberhalb des Canyons weiter, wo wir einem Verkäufer begegnen, welcher Mineralien anbietet. Da ich die Hoffnung bereits aufgegeben habe, selbst Sandrosen zu finden, kaufen wir ihm welche ab. Wir setzen unseren Weg fort und mit einem Mal ist der Canyon zu Ende.

Weg zurück durch die Oase

Die Grenze zu Algerien ist bei Mides übrigens nur noch rund 800 Meter entfernt. Nur schade, dass wir keinen Fuss in dieses Land setzen können!

 

 

 

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