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Reisen

-«Hupelchen» spricht wieder!

 

21. Januar 2025

Neue Etappe:

Bei Monastir fahren wir auf der C100 bis nach M`sacken, wo wir auf die A1 wechseln und dieser folgen bis zur Ausfahrt El Djem.

Beim Busparkplatz mitten in der Stadt checken wir ein. Die Nacht kostet hier 5 TD die Nacht. Ausser Toiletten gibt es keine Dienstleistungen.

Koordinaten Busparkplatz El Jem:

35.2979, 10.7053

Wir verlassen Monastir und machen uns auf den Weg nach El Djem. Schon von Weitem erblicken wir das das monumentale Bauwerk: das Amphitheater, über das wir bereits viel gelesen haben. So z. Bsp., dass es das besterhaltene in Nordafrika ist und dass es im Jahre 238 nach Chr. erbaut wurde. Dieses beeindruckende Bauwerk werden wir uns als Erstes ansehen, doch zunächst müssen wir auf dem Busparkplatz mitten in der Stadt einzuchecken. Das Amphitheater ist von hier fast greifbar nah, und nachdem wir die Formalitäten erledigt haben, machen wir uns auf den Weg. Natürlich versuchen viele Händler, uns unterwegs Souvenirs mit dem Amphitheater zu verkaufen: Kühlschrankmagnete, Badetücher, Bilder, T-Shirts und vieles mehr. Ein besonders eifriger Verkäufer möchte uns sogar in arabische Kopftücher hüllen, obwohl hier niemand mit solchen Tüchern herumläuft. Wir lassen ihm die Freude, aber kaufen wollen wir nichts dergleichen.

Schliesslich bezahlen wir den Eintrittspreis von 12 TD pro Person und betreten die Anlage. Von der Grösse sind wir überwältigt und wir staunen darüber, wie gut alles erhalten ist. Die Fassade aus drei übereinanderliegenden Arkadenreihen ist beeindruckend. Tauben flattern über die alten Mauern und sorgen für eine ganz besondere Atmosphäre.

Diese Kulisse diente auch als Filmset für den Film Gladiator und auch Teile des Films Das Leben des Brian wurden hier gedreht.

Wenn man in Tunesien ist, muss man das Amphitheater von El Djem einfach gesehen haben! Irgendwann, wenn wir wieder in Europa sind, wollen wir uns den Film Gladiator unbedingt nochmals ansehen- es ist immer spannend, Filme anzuschauen, bei denen man die Drehorte kennt! Man betrachtet solche Filme dann mit ganz anderen Augen.

Nach dem Amphitheater besuchen wir auch noch das Archäologische Museum- der Besuch dort ist im Eintrittspreis inbegriffen. Auch das ist interessant wegen den vielen guterhaltenen Mosaiken.

22. Januar 2025

Heute legen wir einen ruhigen Tag ein und planen keine Besichtigung. Einzig das Einkaufen steht auf der To-do-Liste und der Supermarkt ist nur ein paar Schritte vom Wohnmobil entfernt.

Zu unserer Überraschung entdecken wir im Kühlregal sogar Greyerzerkäse! Natürlich wandert dieser sofort in unseren Einkaufskorb, denn guter Käse ist etwas, das ich sofort vermisse, sobald wir die Schweizer Grenze hinter uns gelassen haben.

Danach setzen wir uns in das Römische Restaurant, das sich ebenfalls in unmittelbarer Nähe unseres Wohnmobils befindet. Und während ich genüsslich meinen Orangensaft schlürfe, fällt mein Blick auf einen Strauch mit wenigen weissen Blüten. Ich bin mir fast sicher, dass es sich um Jasmin handelt! Aber um auf Nummer sicher zu gehen, mache ich ein Foto und schau nach, ob meine Pflanzenapp gleicher Meinung ist und tatsächlich: es ist Jasmin! Doch wie es sich herausstellt, wäre es auch einfacher gegangen: der Restaurantbesitzer bemerkt mein Interesse an der Pflanze und erklärt mir voller Stolz, dass es sich dabei um die Nationalblume handelt- eben Jasmin. Mit einem freundlichen Lächeln überreicht er mir einen kleinen Zweig, damit ich daran riechen kann. Der Duft ist überraschend intensiv und einfach betörend!

Er erzählt mir weiter, dass Jasmin eigentlich eine Sommerpflanze ist. Wer jedoch bereits im Januar blühenden Jasmin entdeckt, werde unweigerlich vom Sommer träumen.

Er zeigt uns anschliessend das zum Restaurant gehörende Museum. Dort können wir den Künstlern bei der Erstellung eines Mosaiks zuschauen. Noch nie zuvor habe ich Mosaike in einer solchen Feinheit gesehen! Er zeigt uns Exemplare, bei denen für einen einzigen Quadratzentimeter ganze 100 Steinchen verwendet wurden. Um diese winzigen Steinchen präzise zu schneiden, wird tatsächlich ein Nagelknipser verwendet. Für Bilder mit grösseren Steine kommt eine Zange zum Einsatz.

Wer sich weitere Mosaike ansehen möchte, bezahlt einen Eintrittspreis von 10 TD pro Person. Da mich die Kunstwerke sehr interessieren, bezahlen wir den Betrag und betrachten die beeindruckenden Werke- es sind Kopien von Van Gogh, Picasso- und auch Da Vincis Mona Lisa lächelt uns von Weitem entgegen.

Besonders interessant ist, dass die Steine für die Mosaike nicht etwa eingefärbt wurden, sondern genau in diesen Farben in der Natur vorkommen.

23. Januar 2025

Neue Etappe:

Bei El Jem fahren wir auf die N1 Richtung Süden. Bei El Hencha nehmen wir die C119 bis Jebeniana, wo wir auf die rr119 wechseln und dieser folgen bis La Louza, wo wir auf dem Camping El Kahena einchecken.

Koordinaten Stellplatz El Kahena:

35.0203, 11.0061

Unterwegs zu unserer neuen Bleibe, möchten wir uns endlich einem kleinen «Problemchen» widmen, dem Sprechorgan unseres Kutschchens. Genauer gesagt der Hupe, die keinen Ton mehr von sich gibt. Das fiel uns hier in Tunesien das erste Mal auf, als Jörg sie auf einer belebten Strasse betätigen wollte, und zwar in einer gefährlichen Situation, wo links und rechts Autos an uns vorbeischossen. Da liess sie uns einfach im Stich und schwieg. Kein Tönchen gab sie von sich, nicht mal ein Krächzen. Alles gute Zureden half nichts. Da Jörg nun wirklich kein Verkehrsteilnehmer ist, der beim kleinsten Anlass auf die Hupe drückt, vermute ich, dass unserem «Hupi» bloss ein Kloss im Hals steckt- sprich: etwas verhockt ist. Darum habe ich auch immer mal wieder ganz sachte, wenn Jörg nicht «zuhause» war, dem «Hupelchen» eine sanfte Massage verpasst, in der Hoffnung, dass sich was löst, doch unser Hupelchen hat beschlossen, für immer und ewig zu schweigen.

Weil das kein Zustand ist, den man so stehenlassen kann, steuern wir einen Autoersatzteilhändler an. Dort angekommen, schildert Jörg dem Mechaniker das Problem, worauf dieser in seiner Garage verschwindet und mit einer Kiste zurückkommt, gefüllt mit Hupen jeglicher Art. Einige davon scheinen an derselben Krankheit wie unser «Hupelchen» zu leiden, denn auch sie geben kein Sterbenswörtchen von sich. Aber eine scheint gesund zu sein. Doch für diese will der Händler ein Heidengeld verlangen, so dass wir sie nicht kaufen- ob sie überhaupt passen würde, wissen wir schliesslich auch nicht.

Also fahren wir weiter zu einem Autodiagnostiker, schildern erneut unser Problem, und ehe wir uns umsehen können, ist die Motorhaube offen und zwei Mechaniker sind am Werk! Sie gehen taktisch vor – quasi nach dem Ausschlussverfahren. Die Hupe wird ausgebaut, getestet und für gut befunden. Danach werden die Sicherungen geprüft sowie das Schaltrelais – auch diese Komponenten sind in Ordnung. Also kann der Fehler nur noch am Steuerrad liegen. Und tatsächlich: Exakt dort liegt der Hase im Pfeffer! Ein Kabelbruch! Nach kurzer Zeit sind die Kabel repariert und siehe da: Unser Hupelchen spricht wieder mit uns!

Also die Männer haben das richtig gut gemacht! Gespannt warten wir nun auf die Rechnung. Wir trauen unseren Ohren kaum, als wir den Betrag von 50 Dinar zu hören bekommen – das sind umgerechnet keine SFr. 15.-! Da liegt auch noch ein gutes Trinkgeld drin, worüber sich die Männer sichtlich freuen!

Dann gehts zügig weiter, diesmal nach Louza zu einem Campingplatz. Jetzt haben wir einen Platz mit Meerblick – einfach ein Traum!

Erst glaubte ich, dass sich unter die vielen Möwen auch Pelikane gemischt hätten, doch beim näheren Heranzoomen mit der Kamera stelle ich fest, dass der typische Hautsack am Unterschnabel fehlt. Zudem haben die Schnäbel eine eigenartige Form – quasi eine Löffelform. Es müssen also sogenannte Löffler sein! Ich meine, auch diese Löffler erfreuen uns, doch wenn sich uns eines Tages noch Pelikane zeigen würden – wow! Das wäre wirklich der Hit! Im Winter kann man sie mit etwas Glück tatsächlich in dieser Gegend beobachten.

An der Rezeption geben wir noch unsere Schmutzwäsche ab- ein Service, den wir gerne in Anspruch nehmen. Übermorgen können wir sie gewaschen, und vielleicht sogar gefaltet wieder abholen.

Am Abend klopft der Campingbetreiber an unsere Womotüre und überreicht uns ein noch warmes Fladenbrot! Herrlich, wie das duftet! Ich freue mich sehr über dieses unerwartete Geschenk und bekomme sofort Lust, davon zu naschen. Also gibt’s für mich als Abendessen ein Café Complet, während Jörg lieber etwas Deftigeres bevorzugt. Zum Glück gibt es für ihn noch Makronenreste vom Vortag zum Aufwärmen.

24. Januar 2025

Unsere Fahrräder kamen schon lange nicht mehr zum Einsatz, doch heute ist es wieder einmal soweit! Wir wollen entlang des Strandes Richtung Sfax fahren und Ausschau nach Pelikanen und Flamingos halten. Einige Flamingos, wie auch Reiher und Löffler in weiter Ferne zeigen sich uns- von den Pelikanen jedoch fehlt jede Spur. Allerdings können wir uns beim Fahren nicht erlauben, den Blick zu lange aufs Meer schweifen zu lassen. Der sandige Weg ist uneben und holprig. Und ganz ehrlich? So richtig geniessen können wir unsere Fahrradtour nicht. Der Müll, der hier herumliegt, übertrifft alles, was wir bisher gesehen haben – eine wahre Katastrophe! Neben den verrosteten Schiffswracks, die vermutlich von gestrandeten Flüchtlingen stammen, stapeln sich PET- und Glas-Flaschen, alte Taue, Kleidungsstücke und Plastiksäcke in allen Farben, sowohl auf der Strasse als auch im Wasser. Es scheint niemand daran interessiert zu sein, an dieser Situation etwas zu ändern. Die Menschen sitzen auf den Treppen ihrer Häuser, lassen die Stunden verstreichen, während der Müll immer mehr wird.

Ehrlich- das ist kaum auszuhalten! Als wir dann auch noch einen toten Hund am Strassenrand entdecken, umschwirrt von unzähligen Fliegen, vergeht uns endgültig die Lust am Fahrradfahren. Nach 9 Kilometern beschliessen wir, umzudrehen und es uns stattdessen draussen auf dem Campingplatz gemütlich zu machen. Hier, das muss man sagen, ist alles blitzsauber!

Der Campingbetreiber trägt uns übrigens auf Händen. Er freut sich sehr, Schweizer beherbergen zu dürfen, denn in jungen Jahren reiste er achtmal in die Schweiz. Vielleicht ist es ja genau deshalb auf seinem Platz und am Strand darunter so ordentlich und sauber? Ob ihn die Aufenthalte in der Schweiz wohl geprägt haben?

Das zum Camping und Hotel dazugehörende Restaurant macht einen gepflegten Eindruck. Wir beschliessen deshalb, uns hier mit einem guten Essen verwöhnen zu lassen. Der Betreiber des Campingplatzes teilt uns mit, dass er uns auf 18.30 Uhr erwartet. Doch schon um 18 Uhr klopft es unerwartet an unserer Wohnmobiltür. Mit einem Lächeln erklärt er uns, dass wir uns gerne bereits jetzt ins Restaurant begeben dürfen.

Fünf Minuten später sitzen wir vor einer dampfenden Suppe. Menükarten gibt es hier nicht. Man isst, was auf den Tisch kommt. Was uns noch alles erwartet, bleibt deshalb eine Überraschung. Die Suppe ist ungewohnt scharf aber durchaus fein. Allerdings gibt es etwas, das uns irritiert: der Campingbetreiber, also der Herr des Hauses, zieht sich einen Stuhl heran und setzt sich keine zwei Meter von uns entfernt hin, um uns beim Essen zu beobachten. Wir sind die einzigen Gäste im Restaurant. Wir fühlen uns etwas unbehaglich und können die Suppe gar nicht richtig geniessen. Zuerst ärgere ich mich etwas über diese Situation, doch dann beginne ich zu überlegen, weshalb er das wohl tut.  Jörg und ich sind uns schliesslich einig, dass er uns seine volle Aufmerksamkeit schenken möchte, sprich voll und ganz für uns da sein will.

Kaum haben wir den letzten Löffel Suppe zu uns genommen, springt er auf, räumt die Teller weg und serviert promt den nächsten Gang, diesmal einen grünen Salat mit Thunfisch. Und natürlich setzt er sich erneut hin, um uns weiter zu beobachten. Ich fühle mich von Minute zu Minute unbehaglicher, darum versuche ich ihn in unser Gespräch einzubinden, um die Situation zu lockern.

Der Campingbetreiber freut sich darüber und kommt erneut ins Schwärmen über unsere wunderschöne Schweiz! Doch kaum ist das letzte Salatblatt vertilgt, werden auch diese Teller unverzüglich abgeräumt und der nächste Gang folgt: Briks, tunesische Teigtaschen, gefüllt mit Thunfisch und Ei. Während wir essen, versuchen wir eine Konversation mit unserem Gastgeber aufzubauen, und die Verständigung klappt recht gut, und das, obwohl es mit unseren Englisch- und Französischkenntnissen nicht zum Besten steht. Unserem Gesprächspartner ergeht es ganz ähnlich, doch irgendwie versteht man sich.

Langsam hoffe ich, dass die Briks der letzte Gang sind, denn ich bin bereits ziemlich satt. Doch plötzlich fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Heute ist Freitag, das bedeutet «Couscoustag»! Und tatsächlich! Zwei grosse Schalen, gefüllt mit Couscous und viel Gemüse, warten schon auf der Theke! Wenn es um Couscous geht, muss ich gestehen, dass wir unsere erste Portion in Marokko sehr genossen haben, die zweite auch noch. Aber nach dem dritten und vierten Couscous konnten wir es nicht mehr sehen! Jetzt ist es jedoch wieder soweit: ein grosser Berg Couscous steht vor uns, und was ich erst für eine Kartoffel hielt, entpuppt sich als etwas «Fleischiges». Der Campingbetreiber erklärt uns, dass es sich um Sèches handelt, das kugelförmige Mantelstück eines Tintenfisches.

Jörg und ich beschliessen, zumindest ein wenig davon zu essen- den Tintenfisch, ein wenig Gemüse und nur eine kleine Portion vom Couscous, um nicht unhöflich zu wirken. Uns ist bewusst, dass man sich hier wirklich viel Mühe gibt, uns zu verwöhnen. Wir schaffen etwa ein Drittel des Tellers, aber das scheint ihn nicht zu stören. Flink räumt er die Schalen weg. Zum Dessert wird uns schliesslich ein Teller mit Orangen gereicht. Ich erkläre ihm, dass wir diese gerne ins Womo nehmen und am nächsten Tag geniessen würden. Während Jörg im Nebenraum die Campinggebühr und des Essen bezahlt, bekomme ich noch einen Tee serviert. Dabei erklärt mir die Frau des Campingbetreibers, dass sie nur noch ein paar Minuten benötige, dann könne ich gleich auch noch unsere gewaschene und getrocknete Wäsche mitnehmen. Ich finde sie sehr sympathisch- sie hat einen gewissen Schalk im Gesicht. Und wenn man glauben könnte, dass ihr Mann der Chef ist, spürt man sofort, dass eigentlich sie die Fäden in der Hand hat.

Wir haben uns auf dem Camping El Kahena sehr wohl gefühlt. Auch wenn wir nicht die absoluten Couscous- Liebhaber sind, war es spannend, genau das zu essen, was in Tunesien traditionell auf den Tisch kommt.

25. Januar 2025

Neue Etappe:

Von La Louza fahren wir zurück nach Jebeniana. Dort folgen wir der C82, fahren durch Sfax hindurch und nehmen anschliessend die N1. Nach Nekta verlassen wir diese und fahren nach Plage Chaffar, wo wir auf einem grossen Parkplatz direkt am Strand parken.

Koordinaten Parkplatz am Strand bei Chaffar:

34.5353, 10.5819

Nach rund 80 Kilometer Fahrt erreichen wir Chaffar und stehen mit unserem Wohnmobil erneut direkt am Strand, nachdem wir unsere Pässe der Nationalgarde vorgezeigt haben.

Schnell gehts auf einen Strandspaziergang. Schon von weitem entdecken wir, dass die Wellen etwas Grosses, Buckliges an den Strand gespült haben. Zu unserem Erstaunen handelt es sich um eine Wasserschildkröte, bestimmt 1 Meter lang, doch leider ist sie tot.

Wieder zurück beim Womo, stattet uns die Nationalgarde erneut einen Besuch ab und eine Stunde später will auch die Polizei noch unsere Pässe sehen.

 

26. Januar 2025

Heute geniessen wir einen entspannten Strandtag. Auch viele Tunesier verbringen den Tag hier, was ich gut verstehen kann, denn schliesslich ist es Sonntag, das Wetter gut und der Strand ist sauber.

27. Januar 2025

Neue Etappe:

Bei Chaffar fahren wir auf die N1 und folgen dieser für 115 km nach Gabès, wo wir auf einem gebührenfreien Parkplatz am Strand parken.

Koordinaten Parkplatz am Strand bei Gabès:

33.8740, 10.1291

Nach dem Parken in Gabès entdecken wir, dass Taxis direkt an unserer «Haustür» vorbeifahren. Da der Nachmittag bereits fortgeschritten ist und der Weg ins Zentrum etwa vier Kilometer beträgt, beschliessen wir, ein Taxi zu nehmen, um bequem ins Zentrum von Gabès zu gelangen.

Gabès hat etwa 120.000 Einwohner und eine bewegte Geschichte: Während des Zweiten Weltkrieges kam es hier zu schweren Kämpfen zwischen deutschen und italienischen Truppen auf der einen Seite und den Alliierten auf der anderen. Die Deutschen hatten eine Verteidigungslinie, die Mareth-Linie, um den Vormarsch der Alliierten zu stoppen. Diese konnten jedoch die Verteidigung durchbrechen, die Deutschen besiegen und sie zum Rückzug zwingen. Die Stadt Gabès wurde dabei stark zerstört.

Wir wollen die Souks besuchen, auch unter dem Namen «Hennamarkt» bekannt. Der Name scheint uns recht passend, denn zwischen den zahlreichen Gewürzen entdecken wir immer wieder Henna, welches für Handtatoos oder als Haarfärbemittel verwendet wird. Der Markt gefällt uns gut, doch man ist schnell durch, sodass wir nicht lange in der Stadt verweilen. Bald schon machen wir uns auf die Suche nach einem Taxi für die Rückfahrt.

28. Januar 2025

Neue Etappe:

Bei Gabès fahren wir auf die N1/A1, welcher wir bis Médenine folgen. Danach nehmen wir die R118 bis Zarzis. Ausgangs Zarzis folgen wir der R109 bis zu einem Parkplatz am Strand. Insgesamt fahren wir 142 km.

Koordinaten Parkplatz beim Café/Restaurant Maldives, Zarzis:

33.5558, 11.1079

Auf dem Weg nach Zarzis tanken wir Diesel und heben noch Geld ab, denn es ist immer gut, Bargeld dabei zu haben, da Kartenzahlung oft nicht möglich ist. Heute haben wir darüber gesprochen, wie erstaunlich günstig wir hier in Tunesien leben. Bereits in Marokko haben wir preiswert gelebt, doch hier ist alles noch einmal deutlich günstiger, egal ob Nahrungsmittel, Restaurantbesuche, Diesel oder Gas.

Schon bald geht es für uns auf die durch einen Römerdamm verbundene Insel Djerba. Wir sind sehr gespannt, machen aber zuvor einen Zwischenstopp in Zarzis, wo wir einen wunderschönen Übernachtungsplatz unter Palmen finden. Der Restaurantbesitzer ist sehr herzlich und lässt uns auf seiner Veranda an seinem Leben teilhaben und einmal mehr staunen wir auch bei ihm über seine Deutschkenntnisse. Sein elfjähriger Sohn hilft fleissig mit, serviert uns das Bestellte und sorgt dafür, dass es uns an nichts fehlt- was ihm bestens gelingt!

29. Januar 2025

Neue Etappe:

Von Zarzis fahren wir über die R109 und R117 (Römerdamm) auf die Insel Djerba. Dort folgen wir der L941 bis zum Hotel Dar Djerba in Midun, wo wir einchecken.

Koordinaten Camping/Hotel Dar Djerba, Midun:

33.8273, 11.0317

 

Nach einem leckeren Frühstück bei Mohammed im Restaurant Maldives geht es heute auf die Insel Djerba. Die Anreise führt über die Römerstrasse, einen Damm, der durch eine Brücke für den Schiffsverkehr unterbrochen ist, und die Insel mit dem Festland verbindet.

Das Meer ist hier so flach, dass bereits die Römer einen Steindamm errichteten, um Djerba auf dem Landweg zu erreichen.

Über lange Zeit konnte dieser jedoch nur bei Niedrigwasser von Karawanen genutzt werden, dies infolge des steigenden Meeresspiegels und kriegerischer Zerstörung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Damm schliesslich instandgesetzt und dient seither als wichtige Verkehrsverbindung.

Auffällig sind die beiden etwa 30 cm dicken Rohrleitungen neben der Strasse durch die Trinkwasser auf die Insel geleitet wird.

Gemächlich tuckern wir über den Damm und kaum haben wir die Insel erreicht, fallen uns sofort die unzähligen Palmen auf. Überhaupt präsentiert sich die Insel überraschend sauber und gepflegt. Ich glaube, hier lässt es sich gut leben! Hier werden wir ein paar Tage verweilen!

Wir parken auf dem Gelände des Hotels Dar Djerba in Midun und machen uns direkt auf den Weg zu einer Krokodilfarm. Der Eintritt zum Parc Djerba Explore beträgt 32 TD und umfasst neben der Farm auch den Zugang zum Hadria- Museum, sowie zum Berberdorf Djerba Heritage- einer Nachbildung traditioneller Siedlungen. Doch uns interessiert vor allem die Krokodilfarm. Bei diesen angenehmen Temperaturen möchten wir den Nachmittag draussen verbringen, inmitten der Nilkrokodile!

Dieser Ausflug hat sich definitiv gelohnt und den Tieren geht es da bestimmt gut, soweit wir das beurteilen können.

 

2 Antworten auf „-«Hupelchen» spricht wieder!“

Hallo ihr beiden,
da seid ihr ja gar nicht soo weit weg von uns. Wir sind noch immer auf Sizilien. In 4 Wochen sind wir in der Nähe von Palermo. Da wäre ein Treffen gar nicht so unrealistisch.
Viele Grüße
Uli und Udo

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